Summary

Im Blickpunkt: Studentisches Wohnen 2003 und 2018. Wo Studierende unterkommen - gestern und heute

Das Papier beleuchtet die von den Studierenden angegebene Wohnsituation im Vergleich der Jahre 2003 und 2018. Die Auswertung basiert auf den Angaben aus der Studierendenbefragung für das CHE Hochschulranking, an der sich rund 150.000 Studierende beteiligt haben.

Das bemerkenswerteste Ergebnis der Analyse ist der deutliche Rückgang des Anteils an Studierenden, die in Privatwohnungen leben und der damit verbundene deutliche Anstieg an in Wohngemeinschaften wohnenden Studierenden. Darüber hinaus ist auch eine Zunahme an Studierenden zu verzeichnen, die bei ihren Eltern wohnhaft sind. Im Jahr 2003 wohnte noch über ein Drittel aller Studierenden in einer privat gemieteten Wohnung. Im Jahr 2018 ist dieser Anteil auf ein knappes Viertel geschrumpft. Dieser Gesamttrend zeigt sich auch anhand einzelner Hochschulorte wie beispielsweise Flensburg, wo der Anteil der allein lebenden Studierenden um 15,9 % sank, während der Anteil der Studierenden, der in Wohngemeinschaften lebt, um 19,3 % zunahm.

Am häufigsten (jeweils über zwei Drittel) sind Studierende in Brühl und Wetzlar bei ihren Eltern wohnhaft. In Orten wie Riedlingen, Neubrandenburg oder Oestrich-Winkel wohnen mit jeweils über 50 % besonderes viele Studierende in Privatwohnungen. Darüber hinaus leben in Elsfleth, Freiberg, Frankfurt an der Oder und Potsdam über ein Drittel aller Studierenden in Wohnheimen. Zuletzt kommen in Friedrichshafen und Künzelsau sogar jeweils über die Hälfte der Studierenden in Wohngemeinschaften unter.

Ein Grund für die genannten Veränderungen könnte in der allgemein angespannten Wohnungsmarktlage nicht zuletzt aufgrund der starken Zunahme der Zahl der Studierenden in Beobachtungszeitraum liegen. Die Mietpreise und die gleichzeitig nicht überall ausreichende Versorgung mit Wohnheimplätzen könnten die Studierende vermehrt zur Gründung von Wohngemeinschaften zwingen.

Das aufgrund weggefallener Wehrpflicht und G8-Einführung gesunkene Durchschnittsalter der Studierenden könnte darüber hinaus die Bereitschaft zum Leben in einer Wohngemeinschaft oder auch im Elternhaus beigetragen haben. Letzteres könnte auch durch die mittlerweile flächendeckendere Verteilung von Hochschulstandorten in Deutschland und damit verbundene Erreichbarkeit der Hochschulen von der elterlichen Wohnung aus bedingt sein.