Summary

Im Blickpunkt: Die Vielfalt der Studiengänge. Entwicklung des Studienangebotes in Deutschland zwischen 2014 und 2017

Basierend auf Auszügen aus dem HRK Hochschulkompass, jeweils zum Mai der Jahre 2014 bis 2017, wurde zunächst eine quantitative Analyse der Entwicklung der Anzahl der in Deutschland angebotenen Studiengänge durchgeführt. Im zweiten Schritt, einer qualitativen Analyse, wurden die in 2017 neu hinzu gekommenen Studiengänge hinsichtlich des aus dem Studiengangsnamen hervorgehenden inhaltlichen Zuschnitts sowie der im Namen verwendeten Begrifflichkeiten analysiert.

Insgesamt hat die Anzahl der in Deutschland angebotenen Studiengänge zwischen 2014 und 2017 um 1.900 (entsprechend etwa 11 Prozent) zugenommen. Die in absoluten Zahlen größten Zuwächse entfallen auf den universitären Bereich. Darunter befindet sich auch ein sehr großer Anteil Lehramts-Studiengänge. Im Bereich der weiterführenden Studiengänge war der Zuwachs höher als bei den grundständigen Studiengängen und an staatlichen Hochschulen absolut gesehen höher als an privaten. Der Privathochschulsektor weist allerdings die höchsten Zuwachsraten auf – insbesondere im weiterführenden Bereich, wo es 2017 im Vergleich zu 2014 fast 50% mehr Studiengänge gab.

Die Analyse der im Jahr 2017 neu in den HRK Hochschulkompass aufgenommenen Studiengänge zeigte, dass nur noch 20 Prozent der Studiengänge nach einem „klassischen“ Namensmuster, also z.B. „Chemie“ benannt werden. Die meisten Studiengänge beinhalten Teilbereiche von wissenschaftlichen Disziplinen oder die Anwendung einer Disziplin auf ein bestimmtes Anwendungsfeld (Intradisziplinäre Ausdifferenzierung) oder sie kombinieren verschiedene Disziplinen miteinander bis hin zur vollständigen Auflösung des disziplinären Bezugs in Gestalt von so genannten themenfokussierten Studiengängen (z.B. Gesundheitswissenschaften). Einige neue Studiengänge stellen FH/HAW-Varianten klassischer universitärer Fächer (z.B. Psychologie) oder die Akademisierung neuer Berufsfelder (z.B. Physiotherapie) dar. Rund 30 Prozent der neuen Studiengänge haben einen englischsprachigen Namen.