Zeitlicher Vergleich
Aus CHE-Ranking MethodenWiki
Von Beginn des CHE-HochschulRankings an war vorgesehen, die Untersuchungen der einzelnen Fächer regelmäßig zu wiederholen, um im Zeitvergleich Veränderungen sichtbar zu machen. Bemühungen der Fakultäten, die Lehr- und Forschungsbedingungen zu verändern – zum Beispiel durch Veränderungen der Studienorganisation, Bemühungen der Hochschullehrer um einen besseren Kontakt zu den Studierenden, verbesserte Räumlichkeiten oder durch Investitionen in die IT-Infrastruktur - aber auch unterdurchschnittliche Anstrengungen der Hochschulen und Fachbereiche oder die Unwirksamkeit ergriffener Maßnahmen treten im Zeitvergleich zutage.
Einen Zeitvergleich gibt es für die überwiegende Anzahl der untersuchten Fächer. Er bildet für die jeweiligen Studiengänge bzw. Fachbereiche ab, ob sich die Bedingungen in Lehre und Forschung, beschrieben durch Veränderungen in einzelnen Indikatoren, tendenziell besser oder schlechter entwickeln als im bundesweiten Gesamttrend. Ausnahmen sind relativ neu hinzugekommene Fächer (z.B. Sportwissenschaft), sowie einzelne Indikatoren (z.B. Publikationsanalyse für die Naturwissenschaften), bei denen aufgrund von Veränderungen in der Methodik ein Zeitvergleich nicht zulässig ist. Letztlich ist ein Zeitvergleich auch nur dann möglich, wenn die Untersuchungseinheit (Hochschule, Fachbereich, Studiengang) auch schon in die vorhergehende Untersuchung einbezogen war.
Verglichen werden neben den verschiedenen Forschungsindikatoren auch die Urteile der Studierenden. Analog zum HochschulRanking selbst ist der Zeitvergleich mehrdimensional angelegt.
Inhaltsverzeichnis |
Methodik des Zeitvergleichs
Sowohl der absoluten wie auch der relativen Änderung des Wertes eines Indikators wird Rechnung getragen. Notwendige Bedingungen für Auf-/Absteiger sind:
- Gruppenwechsel (relative Änderung)
- Abweichung vom Gesamttrend (absolute Änderung)
Vgl. nebenstehendes Beispiel: Nur wenn beide Kriterien erfüllt sind, wird ein Auf- oder Abstieg ausgewiesen:
Von 40 Hochschulen insgesamt wird für 6 ein Gruppenwechsel nach oben angezeigt, 8 Hochschulen haben sich im Vergleich zum Trend verbessert. Beide Kriterien, sowohl Gruppenwechsel nach oben als auch eine Verbesserung im Vergleich zum Trend, erfüllen nur 3 Hochschulen. Bei diesen würde für den betroffenen Indikator ein Aufstieg angezeigt.
Fakten im Vergleich
Ein Auf- oder Abstieg bei den Faktenindikatoren wird dann festgestellt, wenn sich zum einen ein Gruppenwechsel (z.B. von der Mittel- in die Spitzengruppe) und zum anderen eine besonders hohe Abweichung zum Gesamttrend ergeben hat. Die Abweichung vom Gesamttrend wird dabei analog zur Gruppeneinteilung bei den Ausgangsdaten ermittelt: Liegt die Differenz zu den in der vorhergehenden Untersuchung erhobenen Zahlen im obersten oder untersten Quartil, wird dies als eine besonders hohe Abweichung definiert und führt zusammen mit einem Gruppenwechsel zu einer Kennzeichnung als Auf- bzw. Abstieg.
Beispiel: Drittmittel pro Kopf
Die Summe der Drittmittel pro Kopf in einem bestimmten Fach mag sich im Durchschnitt verringert haben, Fachbereiche mit starker Verringerung (z.B. von 23,9 auf 5,1 Tausend € pro Wissenschaftler) finden sich am linken Rand (=negative Differenzen), Fachbereiche mit größerem Zuwachs (z.B. 12,7 auf 28,5 Tausend € pro Wissenschaftler) am rechten (=positive Differenzen).
Kombiniert man dies mit den Gruppenwechseln, so ergibt sich beispielsweise diese Tabelle, in der die resultierenden Auf- und Abstiege angegeben sind (Tabelle 5):
| Hochschule | Drittmittel 2005 | Drittmittel 2008 | Differenz | Kommentar |
|---|---|---|---|---|
| A | Schluss | Mitte | oberes Quartil | Aufstieg |
| B | Schluss | Spitze | Aufstieg | |
| C | Mitte | Spitze | Aufstieg | |
| D | Mitte | Mitte | ||
| E | Mitte | Spitze | Aufstieg | |
| F | Mitte | Mitte | ||
| G | Schluss | Schluss | ||
| H | Spitze | Spitze | ||
| I | Mitte | Mitte | mittlere 50% | |
| J | Spitze | Spitze | ||
| ... N ... | ... N ... | |||
| P | Spitze | Spitze | mittlere 50% | |
| Q | Mitte | Schluss | ||
| R | Schluss | Schluss | ||
| S | Mitte | Mitte | ||
| T | Mitte | Mitte | unteres Quartil | |
| U | Mitte | Mitte | ||
| V | Mitte | Schluss | Abstieg | |
| W | Mitte | Mitte | ||
| X | Mitte | Schluss | Abstieg | |
| Y | Spitze | Schluss | Abstieg | |
| Z | Spitze | Mitte | Abstieg |
Urteile im Vergleich
Die Abweichung vom Gesamttrend wird bei den Urteilen ebenfalls analog zur Gruppeneinteilung bei den Ausgangsdaten ermittelt:
Die Differenzen der jeweiligen Mittelwerte der ersten bzw. zweiten Erhebung werden in ihrer relativen Position zur Durchschnittsdifferenz für den gesamten Studienbereich eingeordnet. Maßgeblich für die Einordnung in eine Ranggruppe ist dabei das 95% -Konfidenzintervall für die jeweilige Differenz. Dieses Konfidenzintervall berücksichtigt neben der Anzahl der Urteile in beiden Jahren, wie einheitlich die Beurteilungen an einem Fachbereich jeweils ausgefallen sind und wie stark die Beurteilung zu diesem spezifischen Indikator in den beiden untersuchten Jahren zusammenhängen:
Weiterführende Links zum Vorgehensmodell
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