Bibliometrische Analyse

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Die quantitative Bewertung von Forschungsleistungen über Publikationen beruht auf einem grundlegenden Prinzip des wissenschaftlichen Kommunikationssystems: Forschungsergebnisse werden für die wissenschaftliche Fachgemeinschaft erst dann relevant und formal zurechenbar, wenn sie nach außen dokumentiert werden. Erst dann können sie öffentlich diskutiert und überprüft werden. Dabei kommt der Veröffentlichung in international führenden Fachzeitschriften die größte Bedeutung zu. Sammelbände, Monographien oder elektronische Medien spielen abhängig von der Disziplin eine unterschiedliche, aber fast immer untergeordnete Rolle. Im Laufe der letzten Jahrzehnte sind große Literaturdatenbanken entstanden, in denen diese wissenschaftlichen Veröffentlichungen abgespeichert sind und mit geeigneter Retrieval-Software wieder aufgefunden werden können. Mit bibliometrischen Analysen lassen sich daher aus den Datenbanken Indikatoren für die Sichtbarkeit und den Rezeptionserfolg wissenschaftlicher Forschung gewinnen.

Grundsätzlich handelt es sich bei den ermittelten Indikatoren um Aktivitätsindikatoren, die die Teilnahme an der fachwissenschaftlichen Forschungskommunikation indizieren und – soweit möglich – um Qualitätsindikatoren, die die Resonanz der Publikationen in der Fachöffentlichkeit messen.

Aufgrund von Unterschieden in Publikations- und Zitationsverhalten und z. T. disziplinspezifischen Datenbanken werden für die untersuchten Fächer jeweils unterschiedliche Analysen durchgeführt. Teilweise unterscheiden sich die ausgewiesenen Publikationsindikatoren zwischen den Fächern. Aus diesem Grund ist auch ein fachübergreifender Vergleich der Kennwerte nicht möglich. Generell wird die Zahl der für einen Fachbereich ermittelten Publikationen an der Zahl der gesamten Wissenschaftler auf Haushaltsstellen im Untersuchungszeitraum relativiert. In einigen Fächern, in denen das weitere wissenschaftliche Personal nicht eindeutig ermittelt oder abgegrenzt werden kann (z.B. im Fach Medizin oder Wirtschaftsinformatik), werden die Publikationen eines Fachbereichs nur an der Zahl der Professoren relativiert. Eine Ausnahme stellt das Fach Volkswirtschaftslehre dar. Hier wird ein Indikator aus dem Handelsblatt-Ranking VWL verwendet ("Veröffentlichungen pro Jahr"), bei dem die Zahl der gewichteten Publikationen nicht in Bezug zur Zahl der Wissenschaftler gesetzt wird. Für das Fach BWL wurden zwei Publikationsanalysen durchgeführt, um zum einen die Publikationstätigkeit in internationalen Fachzeitschriften und zum anderen in primär deutschsprachigen, nationalen Publikationsorganen abzubilden. Daher werden im Fach BWL die Indikatorenbezeichungen "Internationale Veröffentlichungen" und "Nationale Veröffentlichungen" verwendet.


Aus methodischen Überlegungen wird die bibliometrische Analyse nur für Fachbereiche an Universitäten und nur für die nachfolgend genannten Fächer durchgeführt.


Datenprüfung der Bibliometrischen Analysen

Im Rahmen der bibliometrischen Analysen der Publikationen und Zitationen kommen sehr spezifische Verfahren und Instrumente zur Datenkontrolle zur Anwendung.

Basis für die bibliometrischen Analysen sind die von den Fachbereichen und Fakultäten gelieferten Listen der Namen der Professoren und (promovierten) wissenschaftlichen Mitarbeiter. Diese werden in der Vorerhebung zur Fachbereichsbefragung erfasst, der Fragebogen enthält detaillierte Angaben zur Eingrenzung der zu nennenden Personengruppe. Die Listen werden im CHE geprüft, eventuell werden die Fachbereiche um Ergänzung gebeten. Die einzubeziehenden Publikationen werden durch Abfragen in den Literaturdatenbanken ermittelt, die auf den Vorschlägen der Fachbeiratsmitglieder basieren. Wichtig ist, für jeden Fachbereich vergleichbare Auszüge des Publikations-Outputs zu erhalten. Dieser Auszug sollte zudem die wesentlichen Publikationstypen des Faches abdecken. Für viele Fächer werden die Datenbanken des Web of Science verwendet, das einen Schwerpunkt auf international sichtbare Publikationen legt. Für Fächer, bei denen die Verwendung dieser Datenbanken unzureichend erscheint, werden zumeist national orientierte Datenbanken herangezogen. Die Abdeckung wird mithilfe der genannten Namen geprüft, die Zusammensetzung der Datenbank mit dem Publikationsverhalten im Fach verglichen. Bei Zweifeln an der Datenqualität sind auch Pilotstudien oder Einzelvergleiche anhand von Publikationslisten durchgeführt worden. Die Eignung der Datenbanken wird in jedem Zyklus neu diskutiert und falls nötig geprüft.

Analysen in den Datenbanken Web of Science oder Scopus werden durch das Forschungszentrum Jülich durchgeführt, welches langjährige Expertise im Umgang mit diesen Datenbanken, speziell im Hinblick auf spezifische Probleme wie Unklarheiten der institutionellen Bezeichnungen oder Namensschreibungen, hat. Seit 2010 werden in Fächern, in denen die Publikationsanalyse auf den Datenbanken Web of Science oder Scopus basiert, institutionelle Abfragen durchgeführt und die Namenslisten nur noch zur Kontrolle der korrekten Zuordnung genutzt. Dies betrifft die Fächer Elektrotechnik und Informationstechnik, Medizin, Zahnmedizin, Geografie, Geowissenschaften, Pharmazie, Psychologie, BWL, Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsinformatik. Für die Mathematik wird eine institutionelle Abfrage im MathSciNet durch das Forschungszentrum Jülich erstellt.

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