Ziel: Das „Times Higher"-Ranking ist die Neuentwicklung des ehemals gemeinsam mit QS veröffentlichten „World Rankings". Die Weiterentwicklung des Rankings war notwendig, nachdem gravierende methodische Mängel von den Verantwortlichen eingeräumt wurden. Times Higher arbeitet nun mit Thomson Reuters zusammen.
Das Ranking bildet eine Liste der weltweiten Top 200 Universitäten sowie die Top 50 in sechs unterschiedlichen Fächerkategorien. 2011 wurde ein „World Reputation Ranking“ ergänzt.
Methodisches Vorgehen: Die Methodik wurde binnen 10 Monaten komplett überarbeitet. Basierte das Ranking zuvor auf sechs Indikatoren (s. QS Ranking), werden nun 13 Indikatoren gebildet, die in fünf Kategorien sortiert werden:
Lehre – die Lernumgebung, 30 % Gewichtung
- Reputationsfragebogen (Akademiker): 15%
- PhD pro Akademiker: 6%
- Studierende (Undergraduate) pro Akademiker: 4,5%
- Einkommen pro Akademiker: 2,25%
- Preise für PhD oder Bachelor: 2,25%
Forschung – Volumen, Einkommen und Reputation, 30% Gewichtung
- Reputationsfragebogen (Akademiker): 19,5%
- Forschungsgelder (skaliert): 5,25%
- Paper pro akademisches Personal und Forschungspersonal: 4,5%
- Forschungsgelder öffentlich/Forschungsgelder absolut: 0,75%
Zitationen – Forschungseinfluss, 32,5% Gewichtung
- Citation impact (normalisiert durchschnittliche Zitation je Papier)
Einkommen aus der Industrie – Einfluss, 2,5% Gewichtung
Internationalisierung – Personal und Studierende, 5% Gewichtung
- Anteil an internationalem Personal, 3%
- Anteil an Studierenden, 2%
World Reputation Rankings 2011:Das Ranking beruht einzig auf der Reputation in Forschung und Lehre. 13.388 Akademiker aus 131 Ländern gaben hierfür Ihre Stimme ab.
Ergebnisse: Gesamtliste:
Platz 1-5 werden von Harvard University, California Institute of Technology, MIT, Stanford University und Princeton University. Beste deutsche Hochschule ist hier die Universität Göttingen mit 67 Punkten.
Ingenieurwissenschaften werden angeführt vom California Institute of Technology, MIT und Stanford. Freiburg liegt als erste deutsche Universität auf Platz 38 (62,1 Punkte).
In den Lebenswissenschaften liegt das MIT vor Harvard und Stanford, die LMU ist auf Platz 49 die erste deutsche Hochschule (64 Punkte)
Hinsichtlich der Medizin, Vor-klinischen und gesundheitsverwandten Fächer führt erneut Harvard die Liste an, Stanford und Cambridge liegen auf Platz 2 und 3. Unter den aufgeführten 50 Hochschulen findet sich keine deutsche Universität.
Naturwissenschaften (Physical Sciences) wird erneut deutlich von amerikanischen Universitäten angeführt, Harvard, California Institute of Technology und MIT auf Platz 1-3, immerhin auf Platz 18 München (75 Punkte) und noch zwei weitere deutsche Hochschule (Göttingen und Heidelberg) unter den besten 50.
Bei den Sozialwissenschaften werden acht der ersten zehn Plätze von US amerikanischen Hochschulen belegt. Harvard, Princeton, Stanford erneut an der Spitze. Eine deutsche Hochschule erscheint nicht in der Übersicht.
Bei den Geisteswissenschaften (Arts and Humanities) werden mit der FU Berlin auf Platz 34 und der HU Berlin auf Platz 36 immerhin zwei deutsche Hochschulen gelistet, auf Platz 1 bis 3 liegen erneut Harvard, Stanford und Princeton.
World Reputation Ranking:
Die fünf besten Plätze gehen an Harvard University, Massachusetts Institute of Technology, University of Cambridge, University of California Berkely und Stanford University. Beste deutsche Universität ist die LMU München auf dem 48 Platz, mit einem Score von 6.3 (die Erstplatzierte Universität, Harvard, hat den Score = 100).
Fazit: Die Methodik hat sich deutlich zur vorherigen Herangehensweise geändert. Allerdings gibt es nach wie vor nahezu keine Hinweise über die regionale und fachliche Struktur der Stichprobe bei der Befragung der Akademiker, obwohl die Reputation von Hochschulen sehr stark fachlich und regional geprägt ist. Die Unterteilung in Fachkategorien ist zwar ein guter erster Schritt, insgesamt muss jedoch noch eine weitere Unterscheidung auf exakte Fächer vorgenommen werden. Deutlich wird erneut bei diesem Ansatz mit einer starken Fokussierung auf Publikationen die Dominanz anglophoner Länder.