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News vom 21.09.2004

FOCUS – Ranking ohne Mehrwert

In seiner letzten (20.09.2004) Ausgabe stellt das Nachrichtenmagazin FOCUS ein eigenes Uni-Ranking (die Fachhochschulen fehlen komplett) vor.

Das FOCUS-Ranking basiert auf sieben Kriterien: Reputationsurteilen zu Forschung und Lehre, Ergebnissen einer Zitationsanalyse, der Drittmittelquote (Drittmittel pro Professor), der Betreuungsrelation (Studierende pro hauptamtlichem Wissenschaftler), der durchschnittlichen Studiendauer und der Promotionsquote (Promotionen pro Professor und Jahr).

Die Ergebnisse der Hochschulen bei den einzelnen Kriterien werden dann fächerweise zu einem „Gesamtscore“ zusammengerechnet, woraus wiederum noch einmal ein Gesamtscore für die gesamte Hochschule errechnet wird. Diese Liste wird von den beiden Münchner Universitäten (LMU, TU) angeführt.

Damit legt FOCUS - 5 Monate nach dem Erscheinen des CHE-Rankings und 2 Monate nach Bewerbungsschluss bei der ZVS – ein Ranking vor, bei dem sich in der Gesamtschau eine Gruppe von Universitäten heraus kristallisiert, die im Wesentlichen die gleichen Universitäten umfasst, die im Hochschul- und Forschungsranking des CHE regelmäßig in den Spitzengruppen zu finden sind.

Steigt man tiefer in die Details der Methodik ein, dann lassen sich jedoch einige wesentliche Defizite des FOCUS-Rankings erkennen:

• Zuallererst stellen die FOCUS-Daten nur einen Bruchteil der Daten dar, die heute von einem Hochschulranking erwartet werden. Der Schwerpunkt des FOCUS-Rankings liegt eindeutig auf der Forschung. Die Perspektive der Studierenden, die als Informationsquelle für Studienanfänger von großer Bedeutung ist, d.h. Bewertungen der Studierenden über die Bedingungen vor Ort (z.B. Betreuung, Organisation, Ausstattung) fehlen völlig.

• Die Berechnung eines Gesamtscores aus den Einzelindikatoren, unter Verwendung einer mehr oder weniger willkürlichen Gewichtung (Zitationen werden zweifach gewichtet), ist methodisch nicht haltbar. Eine Aussage, dass Heidelberg in der Biologie die „beste Uni“ sei, hilft einem Studienanfänger, der andere Prioritäten bei der Wahl der Hochschule hat als die vom FOCUS vorgegebenen, nicht weiter.

• Zwar hat der FOCUS grundsätzlich angemessene Indikatoren ausgewählt, die Datenqualität führt jedoch zu nicht unerheblichen Ungenauigkeiten:

Reputationsurteile: Die FOCUS-Ergebnisse basieren im Durchschnitt auf 69 urteilenden Personen je Fach. Hierbei bleibt unklar, auf welchen Urteilen die Reputation im Einzelfall genau basiert: Es wurden Dekane, Leiter außeruniversitärer Forschungseinrichtungen und Personalverantwortliche gefragt. Die Zusammensetzung der Stichprobe bleibt – zwar nicht insgesamt aber für die einzelnen Fächer und Hochschulen– unklar. Unklar ist auch, aus welchem Grund gerade Leiter außeruniversitärer Forschungseinrichtungen und Personalverantwortliche die Qualität der inneruniversitären Forschung abschätzen können sollten.

Publikationsanalyse: Der FOCUS weist ausschließlich Zitationen und nicht – wie notwendig – zusätzlich die Anzahl der Publikationen aus. Recherchiert wurde darüber hinaus in den zugrunde liegenden Datenbanken auf der Basis der Angabe der Institution, nicht auf der Basis der Namen der Autoren. Im Extremfall könnte es also beim FOCUS-Ranking dazu kommen, dass z.B. nur eine einzige Person, die 1999 an der entsprechenden Hochschule tätig war, einen Aufsatz geschrieben hat, der häufig zitiert wurde. Selbst wenn diese Person heute gar nicht mehr an dieser Hochschule tätig ist, erzielt die Hochschule in der Zitationsanalyse ein gutes Ergebnis, obwohl der Rest der Kollegenschaft vielleicht nie publiziert hat.

Betreuungsrelation: Dieser Indikator ist in der vorliegenden Form nicht aussagekräftig, weil die Anzahl der Wissenschaftler und die Anzahl der Studierenden in den meisten Fächern nicht exakt zugeordnet werden können. Zum einen halten Professoren – und zwar an einzelnen Unis in sehr unterschiedlichem Ausmaß - auch Lehrveranstaltungen für Studierende anderer Fächer (z.B. Mathematiker für BWL), zum anderen nehmen auch Studierende anderer Studiengänge (Lehramt, Nebenfachstudierende) an Veranstaltungen und Prüfungen eines Fachbereichs teil. In den meisten Fächern kann so weder der Zähler noch der Nenner dieser Relation zuverlässig bestimmt werden. Nur in wenigen Fächern mit wenig Lehrverflechtungen z.B. Medizin – da fehlt er im FOCUS-Ranking aber – oder Jura und Soziale Arbeit kann dieser Indikator sinnvoll verwendet werden.

Darüber hinaus fallen das zahlenmäßige Betreuungsverhältnis und die Qualität der Betreuung nicht immer zusammen. So unterscheiden sich beispielsweise in der Biologie Konstanz (3,3) und Würzburg (8,1) stark hinsichtlich ihrer rechnerischen Betreuungsrelation im FOCUS-Ranking, im CHE-Ranking wird die Betreuung aber an beiden Hochschulen von den Studierenden überdurchschnittlich gut (2,0 bzw. 2,2 =Spitzengruppe) bewertet.

Drittmittel, Promotionen, Studiendauer: Die Angaben im FOCUS basieren auf den Angaben des Statistischen Bundesamtes. Aus vielen Erhebungen ist aber bekannt, dass es immer wieder z.T. erhebliche Abweichungen zwischen den Datenbeständen der Hochschulen selbst und den Daten der amtlichen Statistik gibt, was Zweifel an der Zuverlässigkeit der amtlichen Daten aufwirft. Zudem ist die amtliche Statistik oft auf einer Ebene aggregiert, die Aussagen auf der sinnvollen Ebene der Studiengänge (z.B. hinsichtlich der Studiendauer) gar nicht zulässt.


• Letztlich gehört es zum Standard in der internationalen Rankinglandschaft, dass die verschiedenen Nutzergruppen und Individuen sich ihre „beste“ Uni nach eigenen Kriterien auswählen können. Der eine legt Wert auf gute Forschung, der andere auf intensive Betreuung. Dies geht nur mit einer datenbankverknüpften Internetpräsentation des Rankings, wie sie von etlichen Ranking-Anbietern mittlerweile zur Verfügung gestellt wird:

www.usnews.com/usnews/rankguide/rghome.htm
www.swissup.com
www.stern.de/hochschulranking


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Profilschärfung CHE Ranking
Fragen und Antworten zur Profilschärfung des CHE Rankings (pdf)

Ansprechpartner
Cort-Denis Hachmeister
Cort-Denis Hachmeistermehr
Telefon: 05241 9761-35
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E-Mail: cort-denis.hachmeister
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