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News vom 17.08.2004

Zur Kritik an der Professorenbefragung

An der Professorenbefragung des CHE-Hochschulrankings wurde wiederholt Kritik laut, die häufig auf Missverständnissen beruht und in vielen Punkten an der Realität des Rankings vorbeizielt.

1. Das Ranking basiert nicht nur auf der Befragung der Professoren

Zunächst muss hervorgehoben werden, dass die Professorenbefragung alleine nicht das Ranking darstellt oder ergibt. Die Befragung der Professoren ist vielmehr nur eine Datenquelle unter mehreren, die eine spezifische Perspektive, die der Hochschullehrer selbst, widerspiegelt, und aus der lediglich zwei von (je nach Fach) 25 bis 30 gerankten Indikatoren abgeleitet werden. Darüber hinaus basieren die Indikatoren des Rankings auf Befragungen der Studierenden, der Fachbereiche und Hochschulen, der Prüfungsämter sowie auf bibliometrischen Analysen und Patentanalysen.


2. Im Ranking werden keine Bewertungen der Professoren über ihre eigene Hochschule veröffentlicht.

Die im Fragebogen mit erhobene Einschätzung der Rahmenbedingungen von Forschung und Lehre an der eigenen Hochschule wird seit zwei Jahren nicht mehr im Rahmen des Rankings veröffentlicht. Wie einige Kritiker zurecht vermuten, wurde dies Frage im Laufe der Zeit von den Professoren immer stärker strategisch beantwortet: Die Leistungen in Studium und Forschung der eigenen Hochschule wurden mehr oder weniger unisono hoch gelobt, während die Ausstattung (nicht zuletzt mit Blick auf die Politik) als absolut unzureichend gebrandmarkt wurde. Daher machte es keinen Sinn mehr, die darauf basierenden Indikatoren weiterhin im Ranking auszuweisen, da es z.B. in der Bewertung des Lehrangebots fast nur noch Hochschulen mit Spitzenwerten gegeben hätte. Wir verwenden diese Einschätzungen daher nur noch für Sonderauswertungen für einzelne Hochschulen bzw. Fachbereiche.

Es bleiben für das Ranking also noch die beiden Fragen zur Studierempfehlung („Gesetzt den Fall, Sie hätten eine Tochter oder einen Sohn ...“) und zu den Spitzenhochschulen in der Forschung („führend in der Forschung“), bei denen Nennungen der eigenen Hochschule nicht berücksichtigt werden.


3. Die Indikatoren „Professorentipp“ und „Forschungsreputation“ sind nicht als Leistungsindikatoren zu verstehen. Sie bilden die – fachbezogene -Reputation der einzelnen Fakultäten innerhalb der Professorenschaft ab. Diese muss nicht mit der faktischen Leistungsfähigkeit übereinstimmen.

Es wird häufig moniert, diese Fragen bildeten nur übliche Vorurteile ab; sie könnten keine fundierten Einschätzungen widerspiegeln, da kein Professor eine genaue Kenntnis der Leistungsfähigkeit (insbesondere in der Lehre) aller anderen Hochschulen in seinem Fach haben könne.

Diese Kritik geht u.E. an der Zielrichtung der beiden Indikatoren vorbei. Zum einen verlangen wir keine explizite Bewertung aller anderen Hochschulen, sondern nur eine Nennung von (bis zu) fünf Hochschulen, die für führend erachtet werden.

Die beiden Indikatoren beanspruchen nicht, ein differenzierter Indikator für die Leistungsfähigkeit der Hochschulen zu sein. Aus den individuellen (und natürlich subjektiven) Nennungen von Hochschulen destilliert sich eine Reputationshierarchie heraus, die in den Fächern zweifelsfrei existiert. Nur dies soll mit dem Indikator abgebildet werden.

Diese Reputation muss nun nicht unbedingt mit den faktischen Leistungen der Hochschulen übereinstimmen. Wie wir immer wieder sehen, ist die Reputation über die Jahre hinweg sehr stabil und wir erkennen immer wieder, dass es gemessen an Leistungsindikatoren wie Publikationsoutput oder Drittmitteleinwerbung unterschätzte Hochschulen gibt und solche, die möglicherweise vom Glanz der Vergangenheit zehren. Dies zeigt sich an zwei Beispielen: Während in der Anglistik die Hochschulen mit hoher Reputation bis auf eine Ausnahme auch bei der Drittmitteleinwerbung und dem Publikationsaufkommen zur Spitzengruppe gehören, gibt es in der Psychologie eine Reihe von Hochschulen mit einer Diskrepanz zwischen Ansehen und Forschungsleistungen wie auch umgekehrt einige Hochschulen, deren hohe Forschungsaktivitäten sich (noch) nicht in einem entsprechenden Ansehen bei den Professoren des Faches niedergeschlagen hat.

Dennoch ist der Ausweis der Reputation in einem Hochschulranking ein legitimes Unterfangen. Zum einen wollen Studienanfänger wissen (als eine Information neben anderen), welche Hochschulen im Fach das beste Ansehen genießen. Und zum anderen kann man davon ausgehen, dass die existierende Reputationshierarchie auch Relevanz entwickelt.


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Profilschärfung CHE Ranking
Fragen und Antworten zur Profilschärfung des CHE Rankings (pdf)

Ansprechpartner
Gero Federkeil
Gero Federkeilmehr
Telefon: 05241 9761-30
Fax: 05241 9761-40
E-Mail: Gero.Federkeil@che.de
 
Assistenz:
Tanja Ologemehr
Telefon: 05241 9761-58

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