Ziel:
Ziel des Rankings der Alexander von Humboldt-Stiftung ist die Erfassung von internationaler Reputation, Attraktivität und von Kontakten der deutschen Hochschulen. Damit sollen die international attraktivsten Universitäten Deutschlands herausgefunden werden.
Methodisches Vorgehen:
Gezählt werden die Forschungsaufenthalte der von der AvH-Stiftung geförderten ausländischen Stipendiaten sowie Preisträger an deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen. Im aktuellen Ranking (Veröffentlichung Juni 2009) bilden die Jahren 2004 bis 2008 die Datengrundlage. Bei den Stipendiaten wird jeder Forschungsaufenthalt ab einer Dauer von mindestens drei Monaten, bei den Preisträgern von mindestens einem Monat gezählt.
Seit 2006 werden die Ergebnisse nach Fächergruppen (Geistes-, Rechts- und Sozialwissenschaften, Lebenswissenschaften, Naturwissenschaften und Ingenieurwissenschaften) differenziert. Ausgewiesen wird, analog zum CHE-ForschungsRanking, eine Spitzengruppe, auf die zusammen rund die Hälfte der Aufenthalte entfällt.
Ergebnisse:
Die Ergebnisse werden im jeweiligen Jahresbericht der Stiftung abgebildet. In den Ergebnissen 2009 wurden insgesamt 5.128 langfristige Forschungsaufenthalte von Humboldtianern in Deutschland berücksichtigt.
Bei den Naturwissenschaften führt die Technische Universität München mit 105 Aufenthalten die Hitliste an. Die Universität München belegt Rang zwei (99 Aufenthalte), auf dem dritten Platz folgt mit 86 Aufenthalten die Universität Heidelberg.
Die Hitliste im Bereich der Geistes-, Rechts- und Sozialwissenschaften wird von der Freien Universität Berlin (125 Aufenthalte) angeführt, gefolgt von der Humboldt-Universität Berlin (120 Aufenthalte) und der Universität München (109 Aufenthalte).
Am beliebtesten im Bereich der Lebenswissenschaften war die Universität München mit 38 Aufenthalten. Die Technische Universität München (29 Aufenthalte) und die Universität Freiburg (26 Aufenthalte) belegen Rang zwei und drei.
In den Ingenieurwissenschaften hat sich die Technische Universität Darmstadt (37 Aufenthalte), vor der Technischen Hochschule Aachen und der Universität Stuttgart (beide 29 Aufenthalte) behaupten können.
Fazit:
Als ein Indikator für das internationale Renommee einer Forschungseinrichtung ist die Anzahl der Alexander von Humbold-Stipendiaten durchaus geeignet. Sie gibt nicht zuletzt den Hochschulen einen Hinweis auf ihre internationale Sichtbarkeit. Es bleibt aber ein singulärer Indikator, der für eine umfassende Bewertung von Hochschulen bzw. Forschungseinrichtungen sicher nicht ausreichend ist. Wie der Indikator Forschungsreputation misst die Anzahl der Stipendiaten primär die Reputation der Hochschulen.
Verschiedentlich wurde angeregt, die Ergebnisse des AvH-Rankings in das CHE-Hochschul- bzw. Forschungsranking zu integrieren, hier zeigen sich jedoch methodische Probleme, die vor allem damit zusammenhängen, dass AvH-Stipendien bzw. Preise naturgemäß recht seltene Ereignisse sind und nur kleine Fallzahlen auftreten, die sich zudem nur auf vergleichsweise wenige Hochschulen konzentrieren. Damit zeigen sich bei diesem Indikator die gleichen Probleme, die auch bei einigen anderen Indikatoren (z.B. Wissenschaftspreise) dagegen sprechen, sie in das fachbezogene CHE-Ranking mit aufzunehmen: Es wäre bei solchen Indikatoren für einzelne Fächer fairerweise nur möglich, eine Spitzengruppe von Forschungseinrichtungen zu identifizieren. Erschwerend kommt hinzu, dass die Ergebnisse nur fächergruppenweise publiziert werden. Würden die Daten, wie im CHE-Ranking, auf die einzelnen Fächer aufgeteilt, hieße das beispielsweise, aus der Fächergruppe Geistes-, Rechts- und Sozialwissenschaften elf einzelne Fächer zu machen.
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