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Pressemitteilung vom 02.01.2002

Ein Heimvorteil beim Hochschulzugang ist nicht zeitgemäß

Nur 20 Prozent der Studierenden leben noch bei ihren Eltern. Dennoch bevorzugt die ZVS ortsansässige Bewerber bei der Vergabe stark nachgefragter Studienplätze.

Nur 20 Prozent der Studenten nutzen “Hotel Mama”

Das “Hotel Mama” ist bei Studierenden längst nicht so beliebt wie häufig angenommen. 80 Prozent aller Studierenden leben nicht mehr zu Hause. Das ergab die repräsentative Erhebung, die das CHE Centrum für Hochschulentwicklung im Rahmen des CHE/stern-Hochschulrankings durchgeführt hat. Der überwiegende Teil der Studierenden lebt in Miet- oder Eigentumswohnungen (40 Prozent), Wohngemeinschaften (20 Prozent), Studentenwohnheimen (15 Prozent) oder zur Untermiete (5 Prozent). Dass trotzdem die meisten ZVS-Bewerber ihren Heimatort als Erstwunsch angeben, liege am unzeitgemäßen Vorgehen der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen, so Prof. Detlef Müller-Böling, Leiter des CHE in Gütersloh. Die Chancen, als nicht Ortsansässiger einen Studienplatz an einer stark nachgefragten Hochschule zu bekommen, seien häufig verschwindend gering.

Die weitaus meisten Studienplätze (82,5 Prozent) an einem Hochschulort werden nach dem so genannten Sozialkriterium vergeben: Neben Schwerbehinderten, Studierenden mit Familie am Studienort und Bewerbern mit “besonderer Bindung an den Hochschulort” werden jene Bewerber bevorzugt, für die die Wunschhochschule schlicht die nächstgelegene Hochschule ist. Nur ein kleiner Teil der Studienplätze (17,5 Prozent) an einem Hochschulort wird an die Bewerber mit dem besten Abiturschnitt vergeben (Leistungskriterium). Der Heimvorteil Ortsansässiger wird an folgendem Beispiel deutlich: Eine Göttinger Abiturientin, die sich an der FU Berlin im Wintersemester 2001/2002 für einen Psychologie-Studienplatz beworben hat, benötigte für das Leistungskriterium eine Abiturnote von 1,2. Ein Berliner Bewerber brauchte dagegen nur einen Schnitt von 2,1 um über das Sozialkriterium erfolgreich zu sein.

“Wenn ohnehin bereits 80 Prozent der Studierenden nicht mehr zuhause wohnen, ist das soziale Kriterium Heimatnähe nicht mehr zeitgemäß, sondern ungerecht und überholt”, so Müller-Böling. Jeder Student müsse die gleiche Chance haben, an den Hochschulort seiner Wahl zu gehen. Gerade in Zeiten, in denen Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Weltoffenheit gefordert würden, dürfe Heimatnähe nicht das ausschlaggebende Kriterium sein. Die detaillierten Ergebnisse des CHE/stern-Hochschulranking würden eindrucksvoll belegen, wie unterschiedlich die Angebote und die Qualität der Studiengänge an unterschiedlichen Hochschulen seien.

Ein Beispiel für ein freies Verteilungssystem liefert die so genannte “Leipziger Erklärung” zur Neuregelung des Hochschulzugangs in Deutschland. Die Erklärung sieht vor, dass die Bewerber sich an den Hochschulen direkt bewerben können. Erst wenn jemand von drei Hochschulen nicht angenommen wurde, darf die ZVS eingreifen. “Ein solches System würde neben vielen sachlichen Vorteilen auch das Bild von den zu Unselbständigkeit neigenden deutschen Studierenden gerade rücken”, so Müller-Böling. Dieses Bild entspreche nicht der Realität.


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