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News vom 02.05.2005

Kaum Differenzierung – wer mehr will muss zahlen

In der Ausgabe 5/2005 hat das Magazin karriere ein neues Hochschulranking für diverse wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge sowie für Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik veröffentlicht. Es gibt Ranglisten für die einzelnen Fächer, jeweils getrennt nach Universitäten und Fachhochschulen. In einer Gesamtrangliste der „Top 30 Wirtschaftshochschulen“ belegen die WHU Vallendar, die HHL Leipzig und die EBS Oestrich-Winkel die drei Spitzenplätze.

Methodik
Das Ranking basiert auf Urteilen von 21.665 Studierenden und Absolventen sowie von Personalverantwortlichen 600 großer Unternehmen.

Die Studierenden und Absolventen sollten ihre Hochschulen anhand einer Reihe von Kriterien (Lehre und Ausstattung, Praxisbezug, Jobvorbereitung, Anbindung an die Wirtschaft) jeweils auf einer Skala von 1 (sehr zufrieden/sehr gut) bis 6 (sehr unzufrieden / sehr schlecht) bewerten. Anstatt des Mittelwertes wurde der Anteil der „Topurteile“ (sehr zufrieden/sehr gut) als ausschließliches Kriterium für die Bildung der Studierenden- und der Absolventen-Rangliste herangezogen.

Die Personaler wurden aufgefordert jeweils die aus Ihrer Sicht drei besten Universitäten und Fachhochschulen anzugeben. Aus der prozentualen Verteilung der Nennungen wurde dann eine Personaler-Rangliste der Hochschulen gebildet.

Die Gesamtrangliste für einzelne Fächer (getrennt nach Unis und FHs) sowie eine Rangliste der „Top 30 Wirtschaftshochschulen“ (BWL, VWL, Wirtschaftswissenschaften, nur Universitäten) wurde dann auf Grundlage der Rangplätze in den drei oben genannten Ranglisten berechnet.
Bewertung
Die Ergebnisse sind insgesamt nicht überraschend. Das Gesamt-Ranking der Wirtschaftshochschulen entscheiden die Privatuniversitäten plus St. Gallen und Mannheim für sich. Auch bei den Ingenieuren finden sich die „üblichen Verdächtigen“ (RWTH Aachen, TU Darmstadt, TU München, Uni Kaiserslautern, TU Dresden) vorne. Gerade in den untersuchten Fächern hat sich offensichtlich eine stabile Gruppe von hoch angesehenen Hochschulen herauskristallisiert, die in unterschiedlichen Rankings – unabhängig von der Methodik und ihrer Qualität– immer wieder auftauchen. Wenn man sich das Gesamturteil der Studierenden und den Professorentipp des CHE-HochschulRankings anschaut, kommt man zu sehr ähnlichen Ergebnissen. Allem Anschein nach liegen dem „Personaler-Ranking“ ohnehin die gleichen Daten wie schon dem vor einiger Zeit veröffentlichten Ranking der Wirtschaftswoche zugrunde.

Viel mehr als das bietet das Hochschulranking von karriere dem Leser nicht. Obwohl differenziert erhoben, wird die Qualität der Hochschule auf drei Zahlen reduziert. Der Leser ist gezwungen, die von karriere vorgegebene Verrechnungsformel zu akzeptieren und hat keine Chance, für sich selbst zu entscheiden, welche Qualitäts-Kriterien ihm wichtig sind. Allenfalls kann er entscheiden, ob er eher den Studierenden, den Absolventen oder den Personalern Glauben schenken möchte. Wer es genauer wissen will, muss zahlen: Für Preise ab 295€ können sich Hochschulen detaillierte Ergebnisse zusenden lassen.

Auch wenn die Ergebnisse einigermaßen plausibel erscheinen, ist das methodische Vorgehen in einigen Punkten fragwürdig:

• Die Zusammensetzung der Stichprobe aus Studierenden und Absolventen bleibt im Dunkeln. Die Studierenden und Absolventen wurden über die Internet-Seite von karriere akquiriert, was die Frage aufwirft, ob es sich hier tatsächlich um eine repräsentative Stichprobe handelt oder um eine möglicherweise verzerrende Auswahl. Der im Fall des karriere-Hochschulankings unkontrollierte Zugang zu der Befragung birgt darüber hinaus immer die Gefahr der Manipulation der Ergebnisse durch unberechtigte oder Mehrfach-Teilnehmer.

• Für die Ermittlung der Rangplätze wurde nur der Anteil der Bewertungen mit „1“ herangezogen. Streng genommen spiegelt das Ranking also nicht die Zufriedenheit der Studierenden und Absolventen in ihrer Gesamtheit wieder, sondern lediglich den Anteil Hochzufriedener in der Stichprobe. Ein Teil der Information wurde so „vernichtet“, da es praktisch unerheblich ist, ob die übrigen Untersuchungsteilnehmer die Hochschule mit 2 oder mit 6 bewertet haben.

• Auch die Bewertungen der Personalverantwortlichen haben ihre Tücken. Gefragt wurden die Personalchefs großer Unternehmen –mit 600 immerhin einer recht großen Zahl. Die kleinen und mittelständischen Unternehmen, bei denen der Großteil der Absolventen unterkommt, bleiben jedoch unberücksichtigt. Fraglich ist auch, ob die Personalchefs überhaupt in der Lage sind, Aussagen über die Qualität der Hochschulen zu treffen. Es sind eher Reputationsurteile, bei denen eben immer wieder „die üblichen Verdächtigen“ genannt werden – unabhängig von deren aktueller Qualität.


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