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News vom 24.11.2004

Auf der Suche nach Elite-Studenten und Weltklasse-Hochschulen - DER SPIEGEL und Times Higher Education Supplement veröffentlichen neue Rankings

Die Welle von Hochschulrankings durch Zeitschriften geht weiter. Nachdem im Times Higher Education Supplement vom 5. November ein Ranking der weltweit besten 200 Hochschulen erschienen ist, begab sich DER SPIEGEL diese Woche auf die Suche nach den Elite-Studenten an deutschen Universitäten.

Ranking mit innovativem methodischem Ansatz: Spiegel sucht die „Elite-Studenten“ an deutschen Unis

Ein etwas anders Hochschulranking hat der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe veröffentlicht. Nicht die Leistungsfähigkeit der Hochschulen wurde gemessen und bewertet, sondern die Studierenden standen im Mittelpunkt. Auf der Grundlage einer Online-Befragung, die der Spiegel in Kooperation mit AOL und McKinsey durchgeführt hat, wurden Daten für rund 50.000 Studierende ausgewertet. Erhoben wurden u.a. die Abitur- und Prüfungsnoten, die Studiendauer, Praktika und Auslandsaufenthalte, Berufserfahrungen, EDV- und Sprachkenntnisse (in Selbsteinschätzung) sowie außeruniversitäres Engagement.

Ziel war es herauszufinden, an welchen Universitäten die Besten studieren. Hierzu wurde für 15 der größten Fachrichtungen anhand der oben genannten Kriterien ein durchschnittlicher Punktwert je Student ermittelt. Außerdem wurde für jede Hochschule angegeben, welcher Prozentsatz der Studierenden bundesweit zu den besten 10 Prozent der Studierenden gehört. Zusätzlich wurden die Fächerwertungen zu einer Gesamtrangliste zusammengerechnet. Die Rangliste sagt somit – worauf der Spiegel selbst hinweist – nichts über die Leistungen der Hochschulen in Forschung und Lehre aus.

Die Studie verfolgt den Ansatz, die Diskussion um Elitehochschulen mit einem Fokus auf die Studierenden zu beleuchten. Fraglich ist, ob dieser Ansatz angesichts der (noch) gleichmacherischen Zugangsverhältnisse an deutschen Hochschulen heute bereits Ergebnisse zeigen kann. Die vorgelegten Zahlen zeigen denn auch, dass die Unterschiede in der „Qualität“ der Studierenden zwischen den deutschen Universitäten so groß nicht sind. Die vom SPIEGEL errechneten durchschnittlichen Punktwerte unterscheiden sich meist nur geringfügig, selbst wenn Hochschulen etliche Rangplätze auseinander liegen und in unterschiedliche Ranggruppen einsortiert sind. So liegen z.B. in der Chemie zwischen dem 8. und dem 30. Platz nur 3 Punkte (auf einer Skala, die immerhin fast bis 60 reicht). Diese Erhebung macht eines deutlich: Solange die Universitäten ihre Studierenden noch nicht selbst auswählen dürfen, werden die Unterschiede in der Qualität der Studierenden an den einzelnen Fachbereich gering bleiben. Gegenwärtig lassen sich kaum größere Unterschiede ausmachen – am ehesten noch bei den privaten Hochschulen in der BWL, wo die Auswahl bereits heute durch die Hochschulen selbst erfolgt.

Weltweites Ranking mit unklarer Aussagekraft – „World University Ranking“ von Times Higher Education Supplement

Das Times Higher Education Supplement kürte die weltweit besten Universitäten. Angeführt wird die Liste von der Harvard University; als erste europäische Universitäten folgen Oxford und Cambridge auf den Plätzen fünf und sechs. Mit der Universität Heidelberg landet die erste deutsche Universität auf Platz 47.

Das Ranking basiert in erster Linie auf der Reputation der Universitäten innerhalb der universitären Fachcommunities, die 50 % des berechneten Gesamtwertes für die Hochschulen ausmacht. Mit einem Gewicht von jeweils 20 % werden Pro-Kopf-Zitationsraten und das Zahlenverhältnis von Lehrenden und Studierenden (Betreuungsrelation) einbezogen. Schließlich wurden mit jeweils 5 % noch die Anteile der ausländischen Studierenden und Lehrenden berücksichtigt.

Für die Ermittlung der Reputation wurden weltweit 1.300 Wissenschaftler in 88 Ländern befragt, das ergibt einen rechnerischen Durchschnitt von 14,7 pro Land. Sie sollten in ihrem Fachgebiet und für eine Region, die sich zu beurteilen zutrauten, die Spitzenuniversitäten nennen. Über die Auswahlkriterien und die Verteilung nach Ländern und Fachgebieten gibt es keine Angaben. Letztlich besteht keine Transparenz, wer hier was beurteilt hat.

Die Beschränkung der Zitationsanalysen auf den Science & Social Science Citation Index bringt eine Verzerrung zugunsten der englischsprachigen Hochschulen und berücksichtigt überproportional die Naturwissenschaften. Dies räumen die Herausgeber ein, es bleibt aber bei diesem Bias. Mit Blick auf das deutsche Abschneiden ist von Bedeutung, dass in diese Analyse die außeruniversitäre Forschung keinen Eingang gefunden hat.

Insgesamt mögen solche hoch aggregierten internationalen Rankings die Lust an Sporttabellen befriedigen, ihre Aussagekraft ist doch gering, da nicht abgeschätzt werden kann, was genau gemessen worden ist.


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