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News vom 13.11.2019

Wie kommen Soziale Innovationen vom Campus in die Welt?

Von der Erfindung über das Patent zur Vermarktung. Für technische Innovationen gibt es klar beschriebene Wege und Messgrößen. Aber wie kann man neue Ideen und Konzepte messen, die zu einer Veränderung der Verhaltensweisen oder zu neuen Organisationsstrukturen führen? Die Wege, die diese sogenannten Sozialen Innovationen nehmen, untersucht nun das neue CHE Projekt WISIH. Erstmals werden Indikatoren entwickelt, mit denen jeder Schritt, den Soziale Innovationen in Hochschulen und aus ihr heraus nehmen, abgebildet werden können.

Neue Konzepte in der Alten- und Krankenpflege, flexible Arbeitszeitmodelle, Maßnahmen zur Stressreduktion am Arbeitsplatz. Nicht alle Neuerungen sind technischer Natur, sondern können auch aus Verhaltensänderungen von Personen, Gruppen oder ganzen Organisationen bestehen. Diese sogenannten Sozialen Innovationen können dabei natürlich auch auf dem Hochschulcampus entstehen. Bisher zeigen Studien jedoch, dass nur etwa 20 Prozent der Sozialen Innovationen aus Hochschulen stammen.

Doch das ändert sich langsam, denn der Austausch von Hochschulen mit Wirtschaft und Gesellschaft wird für Hochschulen immer wichtiger. Die Gesellschaft und die Politik erwarten von den Hochschulen Beiträge zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen – auch als Gegenleistung für deren Finanzierung. Dadurch gewinnt das Thema Soziale Innovationen für Hochschulen ebenfalls an Bedeutung.

Eine weitere Antwort der Hochschulen auf diese Anforderung ist die Akademisierung neuer Felder. Vor einigen Jahren hat sich beispielsweise das Fach Pflegewissenschaft neu etabliert. Darüber hinaus entstehen insbesondere an privaten Fachhochschulen derzeit viele Studiengänge der Wirtschaftspsychologie.

„Durch die Akademisierung neuer Felder kommt es zu einer weiteren Zunahme anwendungsorientierter Forschung an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften, aber auch an den Universitäten. Das bietet eine riesige Chance für Soziale Innovationen, die aus Hochschulprojekten entstehen können“, ist sich Isabel Roessler, Expertin für den Bereich Third Mission und Transfer beim CHE, sicher.



Ein solches Beispiel ist etwa das Modellprojekt Inklusive Bildung der Stiftung Drachensee, das 2013 an der Universität zu Kiel gestartet ist und mittlerweile deutschlandweit angeboten wird. Dabei werden Menschen mit Behinderung zu sogenannten Bildungsfachkräften für den Arbeitsmarkt ausgebildet. Gleichzeitig können sie ihr Wissen dann auch in Seminaren an Hochschulen weitergeben. Hier fungieren sie als Expert(inn)en für die Bedürfnisse von Personen mit Behinderung.

In einem Forschungsprojekt des CHE Centrum für Hochschulentwicklung sollen nun Soziale Innovationen aus den Hochschulen erstmals systematisch untersucht werden. Im Fokus des im Oktober 2019 gestarteten Projektes WISIH stehen die Fragen:

  • Welche Prozesse liegen Sozialen Innovationen aus Hochschulen zugrunde?

  • Mit welchen Indikatoren kann man den Prozess von der Idee zur Sozialen Innovation messen oder beschreiben und ihre Wirkung abbilden?

  • Welche Wege nehmen Soziale Innovationen durch die Hochschulen in die Gesellschaft und wie können diese Wege darstellbar gemacht werden?


    Hierfür entwickelt ein Team des CHE Indikatoren für Soziale Innovationen aus Hochschulen in den Fächern Pflegewissenschaft und Arbeits-, Wirtschafts-, Organisationspsychologie. Das Projekt beinhaltet auch einen Praxistest, bei dem unter realen Bedingungen an Fachhochschulen und Universitäten getestet wird, ob eine Erfassung von Indikatoren für Soziale Innovationen in der Praxis möglich ist.

    Im bereits 2016 abgeschlossenen Forschungsprojekt FIFTH konnte das Team um Projektleiterin Isabel Roessler erfolgreich Indikatoren für den Bereich Forschung und Third Mission an Fachhochschulen entwickeln und in die Praxis bringen. „Den ersten Werkzeugkasten für das Abbilden von Third Mission an Hochschulen gibt es bereits“, bilanziert Roessler. „Damals haben wir jedoch bereits festgestellt, dass Soziale Innovationen schwer greifbar sind. Unser Ziel ist es daher, den Hochschulen durch das neue Projekt nun auch gute praxistaugliche Instrumente an die Hand zu geben, die dieses wichtige Feld beleuchten. Damit aus guten Ideen auch soziale Innovationen wachsen können."

    Über das Projekt WISIH
    Das CHE Projekt „WISIH: Wege und Indikatoren Sozialer Innovationen aus Hochschulen im Bereich der Pflegewissenschaft und der Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie“ ist am 01. Oktober 2019 gestartet. Das diesem Bericht zugrunde liegende Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 16IFI112 gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt bei den Autoren.


    Weitergehende Informationen finden Sie in der angegebenen Publikation.

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    Ansprechpartnerin
    Isabel Roessler
    Isabel Roesslermehr
    Telefon: 05241 9761-43
    Fax: 05241 9761-40
    E-Mail: isabel.roessler
    @che.de
     
    Assistenz:
    Anita Schmitzmehr
    Telefon: 05241 9761-41

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