Seit 2006 veröffentlicht das Handelsblatt ein VWL-Ranking. 2009 folgte erstmals als Erweiterung auch ein Ranking in BWL.
Ziel:
Im VWL-Ranking enthalten sind umfangreiche personenbezogene Listen für das Fach VWL und eine gerankte Übersicht der forschungsstärksten Universitäten in VWL in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz.
Auch im BWL-Ranking wird die Forschungsleistung aller Betriebswirte in Deutschland, Österreich und der deutschsprachigen Schweiz untersucht. Methodisches Vorgehen:
VWL: Seit 2010 wird das Handelsblatt-Ranking nicht mehr vom Handelsblatt selbst erstellt, sondern in Kooperation mit dem Thurgauer Wirtschaftsinstitut (TWI) an der Universität Konstanz und der KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich. Das Ranking wird jedoch weiterhin nach Maßgabe des Handelsblatts erstellt.
Insgesamt werden fünf Ranglisten erstellt:
- Top-250 Lebenswerk
- Top-100 aktuelle Forschungsleistung
- Top Forscher unter 40
- Top-Auslandsökonomen
- Top Fakultäten für VWL.
Maßgeblich für die ersten vier Ranglisten ist die Handelsblatt-Journalliste 2010. Hinsichtlich der Top Fakultäten wird die Forschungsleistung seit 2000 gemessen. Außerdem fließen hier die Ergebnisse des Lebenswerk-Rankings ein.
Im Ranking 2010 wurden methodische Änderungen eingeführt. Wurden bislang nur Aufsätze berücksichtigt, die in den 220 renomiertesten Journalen erschienen, sind jetzt 1250 Zeitschriften in der Journalliste enthalten. Zugrunde liegen alle Zeitschriften, die in der „Econlit"-Datenbank der „American Economic Association" enthalten sind. Hinzu kommen wichtige Statistik-Zeitschriften und einige interdisziplinäre Journale, beispielsweise „Nature".
Die Zeitschriften sind gewichtet, zehn Top-Journale haben ein Gewicht von jeweils einem Punkt, weitere 26 haben ein Gewicht von 0,6 Punkten. Alle anderen Zeitschriften haben 0,3 Punkte oder weniger. Seitenzahlen bzw. die Länge einer Arbeit beim Handelsblatt-Ranking nicht berücksichtigt.
BWL: Das methodische Vorgehen entspricht dem VWL-Ranking weitestgehend. Die Studie wird vom Thurgauer Wirtschaftsinstitut (TWI) an der Universität Konstanz erstellt. Basis des Rankings sind Aufsätze in 761 Fachzeitschriften, deren Qualität anhand verschiedener Indikatoren beurteilt wird. Die unterschiedliche wissenschaftliche Qualität der Zeitschriften wird wie in der VWL im Ranking berücksichtigt. Die Zeitschriften wurden mit abgestuften Punktwerten versehen.
Auf dieser Grundlage werden insgesamt vier Ranglisten erstellt, die sich in ihrem Umfang teilweise deutlich von denen im VWL-Ranking unterscheiden.
- Die Top-25-Fakultäten für BWL
- Top-200 Lebenswerk
- Top-200 aktuelle Forschungsleistung
- Top-100 unter 40 (Jahren)
Bei der Ergebnistabelle der Top-100 unter 40 handelt es sich bislang um vorläufige Ergebnisse.
Ergebnisse:
Bei den VWL-Fakultäten wird 2009 die Liste der Forschungsstarken angeführt von der Universität Zürich; es folgen die Universitäten Mannheim und Bonn.
In der BWL hingegen liegen auf den vordersten Plätzen der Fakultätenliste 2009 nach der zugrundeliegenden Analyse die Universität Wien, die Universität St. Gallen und die Universität Mannheim.
Fazit:
Das Handelsblatt hat in den vergangenen Jahren die Anzahl und Art der Ranglisten konsequent ausgebaut. Ein Schwerpunkt liegt jedoch auf den Personenbezogenen Ranglisten. Der Informationsgehalt ist für die Fachcommunity nicht von der Hand zu weisen. Für Studierende oder Studieninteressierte ist das Ranking jedoch nur bedingt aussagekräftig, da nur wenige Informationen in das Ranking der Fakultäten einfließen.
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